München

München, 24.10.2008: Die Mülltrenner

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Als ich am Sonntag aus dem Flugzeug stieg, hatte ich noch keine rechte Vorstellung von München. Da ich vor zwei Jahren bereits in Düsseldorf war, wusste ich aber, dass München auch eine hochmoderne Stadt ist, mit schönen Gebäuden und sehr großen Hauptverkehrsstraßen. Jedoch weist sie Ähnlichkeiten auf mit Abidjan auf, der Stadt in der ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Wie also Abidjan im Süden der Elfenbeinküste, der Côte d’Ivoire, liegt München im Süden von Deutschland.

Aber viel wichtiger: Wie in Abidjan sind die Menschen in München ebenso herzlich. Jederzeit ansprechbar und sehr freundlich, auch bei kleinsten Auskünften begrüßen sie Fremde mit einem breiten Lächeln und einer ungewohnten Hilfsbereitschaft. Einige Münchner zögern noch nicht einmal, das, was sie gerade tun, zu unterbrechen, um Ihnen den Weg zu dem Ort zu erklären, nach dem man gerade sucht, und sie sogar dorthin zu begleiten. Durch sie löst sich das alte Klischee, welches besagt, dass Deutsche kühl, nicht sehr offen und sehr misstrauisch sind, in Luft auf. In München ist es das genaue Gegenteil…

Wie auch Abidjan, das alle Wirtschaftszweige der Côte d’Ivoire in sich vereint, ist auch München ein bedeutendes Wirtschaftszentrum Deutschlands, mit seinen großen internationalen Firmen wie zum Beispiel die bekannte Firma BMW. Dort ist das neue Forschungszentrum des Automobilherstellers, dessen Logo einen weißen Propeller vor einem blauen Himmel darstellt, von wo aus neue Fahrzeuge mit, man ahnt es, revolutionärem Design ausgeliefert werden. Wir sind hier in der bei weitem wohlhabendsten Region des ganzen Landes.

Aber der Vergleich dieser zwei Großstädte endet hier, eindeutig. Denn während Abidjan beinahe unter der Last der Gesundheitsgefährdung durch Abfälle zusammenbricht, vor denen es überall nur so wimmelt und deren Beseitigung mehr dem Zufall überlassen wird, als dass es sich um eine sich täglich wiederholende Prozedur handelt, ist München hingegen eine saubere Stadt. Sehr sauber sogar. Die Einwohner haben ein außergewöhnliches Bewusstsein für Sauberkeit. Alle Abfälle werden sorgfältig, je nach Beschaffenheit (Papier, Glas, Plastik und so weiter) sortiert und in große Mülleimer geworfen.

Vor allem aber bezaubert München durch seine prachtvolle Architektur, die an die gotische Epoche erinnert. Zu diesen Höhepunkten zählt natürlich der Marienplatz. Er führt auf eine Einkaufsstraße, bei der sich ein Kaufhaus an das nächste reiht.

München ist auch das Spielzeugmuseum, das auf vier Etagen im Turm des Alten Rathauses schöne Sammlungen von Puppen, Miniatureisenbahnen und Teddybären zeigt, der Viktualienmarkt oder auch die prächtige Kirche der Gebrüder Asam (Asamkirche). Die Liste der sehenswerten Orte ist lang; man kann sie gar nicht alle aufzählen.

Yacouba Sangaré,
veröffentlicht am 24.10.2008 in der Süddeutschen Zeitung.

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