Nürtingen

Nürtingen, 19.4.2012: Eine Einladung nach Indien

 © Aditi Guha zu Gast in einer Nürtinger Schule © Foto: HolzwarthDie Welt ist klein geworden. Das ist beinahe schon eine Binsenweisheit. Die jungen Menschen wachsen in eine fast grenzenlose Zukunft hinein. Dennoch muss auch die Schule die Jugendlichen auf die globalisierte Welt vorbereiten. Ein Besuch der indischen Redakteurin Aditi Guha in der Klasse 8d des Max-Planck-Gymnasiums passte da gestern wunderbar ins Konzept.

Aditi Guha fühlt sich wohl hier in Nürtingen. Das merkt man ihr bei jedem Schritt an. Auch das Max-Planck- Gymnasium schloss sie gestern schnell ins Herz. Schon die Außenansicht der klassischen Schulfassade hatte es ihr angetan. Auch in Indien gibt es solche Schulen. Ein koloniales, englisches Vermächtnis.

Drinnen wurde Aditi Guha freundlich von Rektorin Ulrike Zimmermann empfangen. Und dann ging’s gleich in die Obhut von Kristina Planer. Die Lehrerin hatte mit ihrer Klasse 8d schon vor den Osterferien einen Projekttag als sogenanntes „integratives Modul“ im aus Geografie, Wirtschaft wie wichtig den indischen Eltern die Bildung ihrer Kinder ist. Alleine in Calcutta gebe es 50 000 Schulen – zumeist private. Viele gingen in die USA oder nach Großbritannien zum Studieren, weil sie mit der Sprache keine Probleme hätten. Aber auch nach Deutschland führe sie der Weg. Gut ausgebildet kämen sie zurück – feinste kulturelle Globalisierung. Aditi Guha erzählte auch von Bollywood, dem indischen Hollywood. Und von den sportlichen Vorlieben ihrer Landsleute. Fußball und Cricket mögen sie am meisten. Letztlich lud sie die Schüler dazu ein, einmal ihr Land zu besuchen. Für Kontakte stehe sie selbstverständlich zur Verfügung – das ist eben gelebte Globalisierung. Und Gemeinschaftskunde bestehenden Fächerverbund GWG absolviert. Die Themen: Kinderarbeit, Indien und eine Zusammenführung der beiden Komplexe.

Nun stand gestern der Start einer Unterrichtseinheit zur Globalisierung auf dem Programm. Und der erfolgte bilingual: GWG-Unterricht auf Englisch. Für die 90-minütige Einheit zeichnete die Referendarin Sandra Klee verantwortlich. Sie machte die Schüler mit den Grundlagen der Globalisierung vertraut.

Für den kulturellen Aspekt der Globalisierung ist Aditi Guhas Zeit hier in Deutschland ein wunderbares Beispiel. Die Völker kommen sich näher. Sie handeln nicht nur miteinander. Sie wollen sich näher kennenlernen. Die Achtklässler zeigten sich offen und interessiert. Erster Eindruck vom weitgereisten Gast natürlich: Für die Inder ist Englisch so etwas wie eine Muttersprache. Auch Aditi Guhas Zeitung, die „Times of India“ aus Calcutta, ist englischsprachig.

Früher dachte sie beim Gedanken an Deutschland immer an Autos, berichtete Aditi Guha den Schülern. Kein Wunder, sie fährt einen VW Polo. Obwohl natürlich der öffentliche Nahverkehr in den großen indischen Metropolen viel ausgeprägter ist als hier. Aditi Guha, selbst Mutter eines 14-jährigen Sohnes, erzählte den Schülern auch, wie wichtig den indischen Eltern die Bildung ihrer Kinder ist. Alleine in Calcutta gebe es 50 000 Schulen – zumeist private. Viele gingen in die USA oder nach Großbritannien zum Studieren, weil sie mit der Sprache keine Probleme hätten. Aber auch nach Deutschland führe sie der Weg. Gut ausgebildet kämen sie zurück – feinste kulturelle Globalisierung.

Aditi Guha erzählte auch von Bollywood, dem indischen Hollywood. Und von den sportlichen Vorlieben ihrer Landsleute. Fußball und Cricket mögen sie am meisten. Letztlich lud sie die Schüler dazu ein, einmal ihr Land zu besuchen. Für Kontakte stehe sie selbstverständlich zur Verfügung – das ist eben gelebte Globalisierung.

Andreas Warausch
veröffentlicht am 19. April 2012 in der Nürtinger Zeitung.