Leipzig

Leipzig, 7.9.2010: Sawadtii, Khun Punnee!

 © Kurz nach der Ankunft am Schkeuditzer Airport: Punnee Amornviputpanich © Foto: Martin Pelzl„Sawatdii, Khun Punnee, nai Leipzig“, Guten Tag oder auch herzlich willkommen Punnee (sprich: Pannii) in Leipzig. Seit gestern geht es in der Lokalredaktion der Leipziger Volkszeitung international zu. Mit Punnee Amornviputpanich – so ihr vollständiger, zugegebenermaßen ziemlich unaussprechlicher Name – wird eine thailändische Kollegin für vier Wochen an der Pleiße ihren Dienst tun.

Khun Punnee, so die gebräuchliche Kurzform, weilt auf Einladung des Goethe-Institutes in Deutschland. Die Organisation, die seit über 50 Jahren im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland Aufgaben der auswärtigen Kulturpolitik wahrnimmt, führt unter dem Motto „Nahaufnahme“ bereits zum dritten Mal ein journalistisches Austauschprojekt durch, bei dem die Gastredakteur den professionellen Alltag in der jeweiligen Lokalredaktion ihrer Gastzeitung kennenlernen und im Falle der Kollegin aus dem Land des Lächelns aus Leipzig und der weiteren Region über Kultur, Alltag und Politik berichten sollen. Mit der Leipziger Volkszeitung nimmt erstmals eine Tageszeitung aus dem Osten Deutschlands an diesem Projekt teil, erstmals ist mit Thailand ein Land aus Südostasien Partner.

Die Anreise gestaltete sich gestern noch länger als zunächst gedacht. „Wir sind schon in Bangkok aus unbekannten Gründen eine Stunde später abgeflogen, so dass ich durch die Verspätung in Frankfurt den Anschlussflieger nach Leipzig verpasst habe“, berichtet Punnee und lächelt. Man nimmt eben solche Dinge etwas gelassener im Königreich am Golf von Thailand. „Kein Problem“, dass aus zwölf mal eben 15 Stunden geworden sind. In Bangkok arbeitet Punnee als Senior Reporter für die auflagenstarke, durchaus boulevardesque Zeitung „Kom Chad Luek“ (Scharf, Direkt, Tiefgang), die in thailändischer Schrift und Sprache herausgegeben wird, zur Nation Multimedia Group gehört und täglich in einer Auflage von über einer halben Million Exemplare erscheint. Dort beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit den Themen Menschenrechte und Umweltschutz. Ihre allerersten Eindrücke? „Ich bin ja seit über zehn Jahren Reporter und dachte, mich kann so schnell nichts zum Staunen bringen. Doch die Flugzeugrollbrücke am Airport hat mich wirklich begeistert“, erzählt Punnee. So etwas habe sie zuvor noch nie gesehen, obwohl sie schon Italien und Frankreich bereist hat. „Und Freunde von mir hatten gemeint, Deutschland ist das Land ,of no smile‘, das Land ohne Lachen. Aber hier in Leipzig habe ich beim ersten Rundgang sehr viele Menschen lachen sehen“, sagt sie anerkennend.

Punnee Amornviputpanich
veröffentlicht am 7. September 2010 in der Leipziger Volkszeitung.

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