Jakarta

Jakarta, 16.12.2010: Interessant, aber nur wenige liebäugeln mit einem Besuch

 © Foto: Sören KittelDas Nationalmuseum ist das berühmteste Museum in Jakarta. Insgesamt bietet die Sammlung sehr viel spannende Objekte aus verschiedenen Epochen. Es ist in der Tat ein sehr reiches Museum, sowohl an Objekten als auch an historischem Wert.

Leider liebäugeln wenige Indonesier mit einem Besuch. Die meisten Besucher, die in das Museum kommen, sind ausländische Touristen, wenn inländische Touristen kommen, dann sind das in der Regel Schulkinder oder Personen, die sich für Geschichte interessieren. Wenn die meisten Einwohner von Jakarta an das Museum Nasional denken, dann sehen sie nur eine Reihe von staubigen Regalen in den dunklen Raum vor sich, so eben, wie sie das Gebäude in Erinnerung haben, als sie es während der Grundschule besichtigt haben.

Das wird sich sobald nicht ändern. Die ruhige Atmosphäre ist ein alltäglicher Anblick in einer Reihe von Museen in Indonesien, darunter in Jakarta. Die wertvollen Sammlungen bekommen nicht genügend Aufmerksamkeit. Deswegen hat die Regierung von Indonesien das Jahr 2010 zu einem „Jahr des Museumsbesuch“. Das Thema des Festivals ist „Geh in’s Museum, das macht Spaß!“.

Insgesamt hat Indonesien 281 Museen, 50 davon stehen in Jakarta. Leider gibt es nicht viele Menschen, die von der Existenz der Museen wissen, das National-Museum eingeschlossen. So kann man zum Beispiel einen Motorradfahrer in der Stadt nach diesem Museum fragen und er wird antworten: „Sie wollen zum Nationalmonument, richtig?“

Um das zu ändern, hat die Zentrale für Kultur und Tourismus von Jakartas Provinzmuseum ein Festival ausgerufen, das drei Tage dauerte: vom 10. Dezember bis 12. Dezember. Es fand ausgerechnet in einem Einkaufszentrum statt, dem größten Konkurrenten von Museen: auf der 1. Etage und 3. Etage des FX Plaza, Senayan. Dieser Einladung waren 41 Museen in Jakarta gefolgt und präsentierten ihre Sammlungen. Eines davon war das Nationalmuseum.

Das Museum präsentierte eine Reihe von Sammlungen und es fanden Gespräche, Begegnungen und Aufführungen von traditionellen Spielen statt. Der Marketing Manager des FX Plaza, Onov Siahaan, glaubt, dass diese Ausstellung die Zahl der Museumsbesucher erhöhen werde. „Wenn dies gelingt“, sagt er, „müssen wir solche Veranstaltungen unbedingt wiederholen.“

Die Leiterin des Nationalmuseums, Sulistianingsih Retno, sagte, dass es eines der wichtigsten Ziele ihres Arbeitsprogramms sei, „das Museum Einwohnern Jakartas näher zu bringen. Aus diesem Grund sei das Museumsgebäude, indem die temporäre Ausstellung und eine ständige Ausstellung steht, um ein vier Stockwerke großes Gebäude verbessert worden.

Im angenehmer Atmosphäre können dort jetzt die Besucher eine Sammlung von Skulpturen, Textilien, Schmuck und verschiedener ethnografischer Objekte aus allen Provinzen Indonesiens genießen. Dort gibt es auch fast keinen Staub und sämtliche Label enthalten Informationen zu den Sammlungen in Indonesisch und Englisch.

Im Ausland ist die Sammlung des Museums schon jetzt sehr geschätzt. Gerade Touristen sind es schon jetzt, die die Ausstellungen in großer Zahl besuchen. In Deutschland zum Beispiel gehört es zu einem ganz normalen Tagesablauf eines Touristen, in einer neuen Stadt das dortige Museum zu besuchen. Es ist eine Gewohnheit für alle geworden. Das Museum ist für sie ein Ort, an dem man die Kultur aus einem anderen zu genießen, lernen Geschichte und seine Menschen verstehen. Für Touristen aus Italien, wie Nadja Antioni und ihren Ehemann, Stefano, die das Nationalmuseum besucht haben, ist ein solcher Ausflug ins Museum eine Pflichtveranstaltung. Darüber hinaus kann man jedoch nicht viele einheimische Touristen entdecken.

Nadja sagt, dass sie nicht nur ein Einkaufszentrum besuchen kann. Sie fragt sich, ob es in Indonesien noch Leute gibt, die sich um die Geschichte ihres Volkes kümmern. Ausstellungen wurden in Batavia, der ehemalige Name Jakartas, wurde erstmals im Jahre 1779 von den Niederländern durchgeführt. Zu dieser Zeit ist die Ausstellung der Objekte aus dem ganzen Archipel nur für Europäer besuchbar.

Im Jahre 1868 wurde der Vorläufer des Nationalmuseums gegründet. Drei Jahre später schenkte König von Siam (Thailand) Chulalaongkorn eine Elefantenstatue aus Bronze an die Stadt Batavia. Die Statue wurde auf dem Innenhof des Museums aufgestellt. Noch heute gibt die Elefantenstatue dem Museum den Namen „Museum Gadjah“ – Elefantenmuseum – der bekannter ist als der Name Nationalmuseum selbst.

Sören Kittel
veröffentlicht am 16. Dezember 2010 in Kompas.

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