Freiburg

Freiburg, 20.1.10: Eine Begegnung mit dem Winter

 © © www.colourbox.comFür einen Aufenthalt in Europa ist dies nicht die ideale Zeit. Zumindest nicht für jemanden, der aus dem Norden Ghanas kommt, wo sich die Temperaturen meist im Bereich zwischen 36 und 40 Grad Celsius bewegen.

Einen Teil meiner Zeit war ich praktisch „gefangen“ in meiner einfachen Unterkunft in Freiburg, wo das Wetter wie auch anderswo in Europa in den Tagen vor dem letzten Weihnachtsfest meist eiskalt war (unter dem Gefrierpunkt). Trotz all der dicken Lagen aus warmen Oberteilen, „Pullovern” und mehreren Socken sowie den Wollhandschuhen, die ich stets trug, wenn ich draußen unterwegs war, habe ich dennoch unter der beißenden Kälte und dem unerbittlichen Winterwetter gelitten. Manchmal wurden meine Hände und Füße taub, der Frost zog mir in die Ohren und Augen und meine Lippen zitterten vor Kälte. Praktisch alle, die man hier sieht, tragen Handschuhe, Mützen und Schals in verschiedenen Ausführungen, Farben und Formen, die in einer Region mit extremen Jahreszeiten und Wetterumschwüngen einfach etwas Wärme spenden sollen.

Obwohl ich mit der unangenehmen Situation während meines Aufenthalts insgesamt zurechtkam, wurde es in den Tagen vor Weihnachten immer kälter, es begann zu schneien und die Schneeflocken „malten“ alles weiß an. Die Straßen wurden glatt und zwangen Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer zu mehr Vorsicht.

In anderen europäischen Ländern wie England und Frankreich mussten die Fluggesellschaften ihre Flüge entweder mit Verspätung starten lassen oder ganz streichen, da eisige Temperaturen und schwere Stürme diese Länder fest im Griff hatten. Auf dem Weg in die Weihnachtsferien warteten zahlreiche Pendler frustriert an Flughäfen, Bahnhöfen und Bushaltestellen, wie im Fernsehen zu sehen war. Trotz aller Schwierigkeiten brachte das Wetter den Kindern und Erwachsenen auch viel Spaß im Freien, wo sie Schneehäuser und -burgen bauten und mit viel Aufwand Mauern und ganze Dörfer aus Schnee schufen.

Bis auf die kalten Temperaturen habe ich wirklich jeden Augenblick meines Aufenthaltes in der „Ökostadt“ Freiburg genossen. Bei der Ankunft in meiner Heimatstadt Tamale am 27. Dezember erwarteten mich das strahlende Lächeln der Sonne und die herzlichen Umarmungen meiner Familienangehörigen und Freunde. Doch es geht für mich noch weiter, denn in der letzten Januarwoche werde ich zum Abschluss des Programms „Nahaufnahme“ noch einmal nach Berlin reisen. Das Programm wird vom Goethe-Institut für praktizierende Journalisten aus verschiedenen Ländern der Welt organisiert und gefördert.

Das Goethe-Institut ist ein weltweit tätiges deutsches Kulturinstitut. Es fördert die deutsche Sprache im Ausland sowie den kulturellen Austausch und die kulturelle Vernetzung auf internationaler Ebene.

Zakaria Alhassan
veröffentlicht am 20. Januar 2010 im Daily Graphic.